2008 ist das europäische Jahr des interkulturellen Dialogs. Gleichzeitig wird in deutschen Medien die Frage nach wirksamen Konzepten zur Integration von Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund sehr intensiv diskutiert. Hintergrund ist die demographische Entwicklung in deutschen Großstädten, die u.a. diagnostiziert, dass bereits heute ca. 40% der Jugendlichen einen Migrationshintergrund vorweisen können. Tendenz steigend! Somit soll dieses Projekt die Integrationsbemühungen zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund sowie zwischen PolitikerInnen verstärken.
Wir wollen in diesem Projekt zwei Zielgruppen zueinander führen, die bisher vor allem übereinander statt miteinander gesprochen haben: Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund und Entscheidungsträger aus Verwaltung und Politik gemeinsam.
Parallel werden in Nordrhein-Westfalen mit Hilfe von vereinzelten engagierten Jugendlichen, u.a. von den ehemaligen TeilnehmerInnen des Youth Events 2007 in Deutschland sowie von jugendlichen MigrantInnen aus Aus- und Fortbildungen im Jugendbereich weitere interessierte Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund aus verschiedenen Jugendorganisationen und Institutionen rekrutiert.
Diese beiden Ansätze, einmal, dass Jugendliche selber Jugendliche suchen und zum Anderen, dass aus bestehenden Jugendparlamenten und -initiativen Jugendliche mobilisiert werden, ist ein wichtiger Modellbaustein unseres Projektes zum Strukturierten Dialog, um Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund anzusprechen.
Diese lokalen Gruppen werden zu verbindlichen Projektpartnern, die durch Unterstützung des koordinierenden Beratungsbüros Kontakt zu Lokalpolitiker/-innen aufbaut. Diese Personen sollen ebenfalls zu einer hohen Verbindlichkeit motiviert werden und damit AnsprechpartnerInnen und KooperationspartnerInnen werden. Diese beiden Partner organisieren im Projektzeitraum regelmäßig (z.B. monatlich) stattfindende runde Tische Jugend und Politik zu den von ihnen vereinbarten Themen, die bei Bedarf von außen moderiert werden können.
Parallel werden die PolitikerInnen durch PROFONO und dessen Kooperationspartner für diesen Dialog auf einem Treffpunkt Politik sensibilisiert und qualifiziert. Gleiches passiert mit den beteiligten Jugendgruppen, die in 5 Qualifizierungsbausteinen auf einen angemessenen Dialog mit den Entscheidungsträgern aus Verwaltung und Politik vorbereitet werden.
Die Erfahrungen aus den lokalen runden Tischen sollen auf einem gemeinsamen Feedback-Meeting ausgetauscht und vertieft werden, bevor die Beteiligten aus dem lokalen Dialogprozess mit Abgeordneten aus dem niedersächsischem und nordrhein-westfälischen Landtag gemeinsame Zielvorgaben für neue Handlungsplanungen entwickeln. Alle Absprachen und Handlungsplanungen in diesem Prozess sollten möglichst konkret und kleinschrittig formuliert werden, auch, um Fortschritte sichtbar erscheinen zu lassen und die Motivation aller Beteiligten aufrechterhalten zu können.
Bei Bedarf wird am Ende der Projektlaufzeit über mögliche Perspektiven eines Dialogs mit den beteiligten Jugendlichen auf Bundes- und Europaebene reflektiert.